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Als Ueli Fahrni 1957 bei einem
Versandhaus für 135 Franken seine erste Trompete bestellte, ahnte er nicht, daß
er damit den ersten Schritt zu einer erfolgreichen Karriere als
Amateur-Jazz-Musiker getan hatte. Seine Begeisterung für die - auf 78er
Schellackplatten - gehörte Jazzmusik der 20er-Jahre war so groß, daß er im
Selbststudium in kürzester Zeit eine beachtliche Fähigkeit auf seinem Instrument
erlangte. Er steckte auch seine beiden Brüder Walti und Edi an, die daraufhin
voller Begeisterung im Nu das Klarinetten- und Banjospielen erlernten. Damit war
bereits eine kleine Hausband entstanden. Die Übungs- und Jamsessions fanden
meist bei offenen Fenstern statt und dieses blieb nicht ohne Folgen: Noch
unentdeckte Talente in der Nachbarschaft ließen sich vom Jazz-Virus infizieren
und bald war die Band um einen Sousaphonisten, einen Posaunisten und einen
Waschbrettspieler reicher. Als sich wenig später ein Pianist dazu gesellte war
die klassische Besetzung einer Vintage-Jazzband bereits perfekt.
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Von Noten und Harmonien noch
überhaupt keine Ahnung, studierten die Bandmitglieder die Stücke nach Gehör ein
und ruinierten auf diese Weise so manche Schallplatte durch das viele Abspielen.
Der 'Black Bottom Stomp', eine Glanznummer der Jelly Roll Morton's Red Hot
Peppers aus dem Jahre 1926, machte ihnen beim Üben schwer zu schaffen und
hinterließ schmerzliche Spuren an Lippen und Fingern. Das intensive Arbeiten an
dieser Nummer führte schließlich zum Erfolg und dadurch auch zwangsläufig zur
Namensfindung und zur definitiven Gründung der Zürcher Vintage-Jazzband Black
Bottom Stompers im Jahre 1959.
Es begann ein herrliches
Jazzer-Leben. Der allererste Auftritt der jungen Band in der Quartierbeiz Auhof
war ein voller Erfolg und Ansporn zugleich. Die erste Gage bestand aus sieben
großen Bieren (und die von den begeisterten Zuhörern gespendeten Getränke
werteten diese noch um ein Vielfaches auf).
Anfangs der 60er-Jahre spielten
die Black Bottom Stompers oft in der damaligen Jazzhochburg von Zürich, dem
Cafe Africana. Bei einem dieser Konzerte hörte zufällig ein telefonierender
Konzertorganisator per Draht mit und engagierte die Band spontan für eine ganze
Reihe Auftritte in Zürich und der ganzen Schweiz.
Als Mitglied des Silberner
Ring, gastierten die BBS in vielen Heimen, Strafanstalten und stompten fleißig
in diversen Jazzkellern, Jugendhäusern und Gemeinschaftszentren. Auch in den
legendären Zürcher Jazzlokalen Fleischhalle, Hirschen, Astor, Storyville
und natürlich in der Casabar. Über mehrere Jahre beteiligte sich die Band am
bekannten Zürcher Amateur-Jazzfestival von Andre Berner im Urban und im Weissen
Wind.
Im Laufe der Jahre wurden die
Black Bottom Stompers bei den eingefleischten Jazzfans und beim allgemeinen
Publikum bekannt und beliebt. Es folgten Einladungen zu diversen großen
Festivalveranstaltungen im In- und im Ausland, wie zum Beispiel in San Sebastian
(Spanien), Frankfurt und Dresden (Deutschland), und natürlich auch diversen
Festivals der Schweiz. Zwischen 1995 und 1999 waren die Black Bottom Stompers
dreimal beim großen New Orleans Festival in Saint Raphael, Frankreich, mit von
der Partie, spielten sich jedesmal in das Finale und gewannen einmal sogar
zusätzlich den großen Publikumspreis. Über all die Jahre, bis heute sind es
bereits mehr als 50, haben sich die Black Bottom Stompers eine bemerkenswerte
Auftrittsfrische und ihre Originalität bewahrt. Sie vermögen ihr Publikum mit
stompenden und bluesigen Stücken immer wieder zu überraschen. Die Musiker sind
dennoch aus Überzeugung im Amateurstatus geblieben. Ihre Jazzer-Karriere belegen
bis heute bereits 7 LPs und CDs.
Die musikalischen Vorbilder der
BBS sind vor allem die legendären Jazz-Pioniere der 20er- und 30er Jahre mit
ihren Bands, wie zum Beispiel King Oliver, Louis Armstrong, Jelly Roll Morton,
Clarence Williams, Fletcher Henderson und Duke Ellington, um nur einige zu
nennen, als auch verschiedene Bands des Dixieland-Revivals: Wilbur de Paris,
Chris Barber und die Dutch Swing College Band. Spezialität der Black Bottom
Stompers ist das große Repertoire von relativ unbekannten Nummern, mit denen
sie ihre Zuhörer immer wieder zu überraschen vermögen. Doch auch bewährte
Standards wie zum Beispiel der Saint Louis Blues, Sweet Georgia Brown oder
der Basin Street Blues bereichern ihre Konzerte.
Dadurch, daß die Band über
Jahrzehnte hinweg nur ganz wenige Musikerwechsel hatte, sind die Musiker
intensiv aufeinander eingespielt und es hat sich ein ganz spezieller Black
Bottom-Sound entwickeln können, der von den Fans sehr geschätzt wird.
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